Fertige Bilder vergesse ich gleich

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„Fertige Bilder vergesse ich gleich“

EVA KAISER, 51 Sie war Schülerin des Provokationskünstlers Hermann Nitsch. Heute mischt sie selbst mit expressiv-aktionistischem Stil im internationalen Kunstmarkt mit. Wir haben die Ausnahmekünstlerin in ihrem Atelier besucht.

 

Eva Kaiser hat uns zu sich nach Werfen im Pongau eingeladen. Seit einem Jahr lebt die Künstlerin nun schon in dem kleinen Ort mit knapp 3000 Einwohnern zurückgezogen auf einen alten Bauernhof. „Mit meinem Lebenspartner Johann habe ich in liebevoll umgebaut. Mein jetziges Atelier war ursprünglich ein alter Kuhstall. In die Renovierung haben wir viel Arbeit investiert“, erzählt Eva, die davor in Salzburg gelebt hat.

100 Bilder malt sie in diesem beschaulichen Ambiente im Schnitt pro Jahr. Manche davon sind Auftragarbeiten für Kunstliebhaber – viele werden in Galerien und bei großen Ausstellungen in Amerika, Asien und Europa präsentiert.

„Die Quellen meiner Inspiration sind oft die Mystik, das Unterbewussten und Religionen,“ sagt Kaiser, die sich als „Christin, die aber nicht in die Kirche geht“ bezeichnet. Ihr bevorzugtes Motiv sind menschliche Körper. „Damit stoße ich auch auf Kritik. Leute haben sich vor meiner Galerie darüber aufgeregt, dass Nackte zu nackt sind, und Körper als zu abstrakt verurteilt.“ Ihre Bilder, so betont sie, sollen aber nicht gesellschaftskritisch sein, sondern einfach zum Nachdenken anregen.

IN DIE WIEGE GELEGT. Bereits als Kind bekam Eva häufig zu hören, dass sie überdurchschnittlich gut zeichnen kann: „Einen kreativen Beruf zu erlernen, war somit fast vorbestimmt.“ Also absolvierte sie 1983 die Ausbildung zur Textildesignerin. „Danach drängte es mich gleich in die Selbstständigkeit, ich designte Bettwäsche und verkaufte meine ersten Gemälde im Bekanntenkreis.“ Auch das Privatleben wurde bereichert. Sie heiratete und bekam zwei heute erwachsene Kinder.

Die Ehe hielt nicht, der berufliche Erfolg schon. Eva Kaiser schaffte es, mit der Malerei ihr Leben zu finanzieren und lernte schließlich 2003 Professor Hermann Nitsch kennen, der ihr Talent förderte. „ Er war ein guter Lehrer und hat mir viel in Sachen Technik beigebracht“. Wegen seines eigenwilligen Kunststils polarisiert Nitsch; Eva Kaiser hat uneingeschränkten Respekt vor diesem wichtigen Vertreter des Wiener Aktionismus: „Seine Kunst wird in die Geschichte eingehen.“ Auch sie selbst entwickelte ihren ganz eigenen, expressionistischen Stil, bei dem sie sich einfach von ihren Gefühlen leiten lässt:“ wenn ich male, zeichne ich nichts vor, sondern fange einfach an. Meine Technik ist die Nass-in-Nass-Malerei. Dabei wird in die noch nasse Farbe hineingemalt. Da muss man schnell sein, damit nichts eintrocknet.“ Erst während ihren Arbeit erfindet sie Geschichten zu ihren Werken.

Rund 1500 Bilder hat die Künstlerin bereits gefertigt , und seit zehn Jahren betreibt sie erfolgreich die Art Gallery 91 (evakaiser.com) in der Kaigasse, im Zentrum der Salzburger Altstadt. „ Mein Partner Johann kümmert sich um das gesamte Drumherum in meiner Galerie und plant alle Ausstellungen.“

Organisationshilfe, für die Eva Kaiser sichtlich dankbar ist. „Ich würde das nicht gut machen. Alleine deshalb, weil ich mir keine Zahlen merken kann. Die Geburtstage meiner Kinder fallen mir nur zufällig ein“, lacht sie. Entlastet zu werden, verrät sie, sei vor allem vor großen Ausstellungen wichtig. Der Druck ist da oft enorm; an einem Gemälde arbeitet sie häufig 16 Stunden am Stück. Die Anzahl ihrer Sammler wächst stetig; Auftragsmalereien stellen eine besondere Herausforderung dar. Kunstliebhaber geben dabei häufig ein Thema vor, das von Eva individuell auf Leinwand umgesetzt werden soll. „ Ein Ausstellungsthema war einmal „Risiko“. Erst habe ich die Odyssee gemalt und dachte, das trifft das Thema perfekt. Als das Bild fertig war, erkannte ich, dass ich damit komplett danebenlag.“

Vergänglichkeit. Auf den Wert eines Gemäldes angesprochen, gibt sie sich zurückhaltend: „Das lässt sich nicht verallgemeinern, aber richtig große Bilder sind schon ein paar Tausende Euro wert.“ Eine emotionale Bindung, wie manche Kollegen, baut die 51-Jährige zu ihren Bildern nicht auf. „Ich betreibe seit 15 Jahren Kriya Yoga. Dabei steht bewusste Atmung, Nicht-Denken und Loslassen im Mittelpunkt. Das alles habe ich mittlerweile als Lebensphilosophie verinnerlicht. Wenn ein Bild fertig ist und ich verkaufe, ist es für mich vergessen. Dieses ständige Hadern mit der Vergangenheit interessiert mich nicht. Alles, was wir haben, ist schließlich die Gegenwart und Zukunft.“ Und es sieht bei Eva Kaiser gut aus: In den kommenden Monaten wird sie in New York, Berlin und bei der Messe art fair cologne ausstellen.

STEFANIE SPREITZER

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