Hietzing

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PFARRE
MARIA HIETZING

33.Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A
Welttag der Armen  „Caritassonntag“

Pfarre Maria Hietzing                                                                              Spr 31, 10-13. 19-20.30-31
Sonntag, 19. November 2023                                                                 1 Thess 5,1-6                                   10.15Uhr                                                                                                       Mt 25,14-30

Liebe Gemeinde!

Der heutige 19. November ist der Festtag der heiligen Elisabeth.  Elisabeth, in Ungarn geboren, wurde  als  junges Mädchen 1221  mit  Ludwig IV.  von  Thüringen vermählt.  Nach dem frühen Tod ihres  Mannes  1227 auf  einem Kreuzzug  nahmen sich Verwandte ihrer an und so kam sie nach Marburg an der Lahn. In Marburg baute sie ein Hospital und legte das Gelübde der Armut. In selbstloser Liebetätigkeit  setzte sie ihre ganze  Lebenskraft für die Unterstützung der Armen und  die  Pflege der Kranken ein. Erst 24jährig  starb sie am 17. November 1231. Der 19. November ist der Tag ihres Begräbnisses. Die heilige Elisabeth ist die große Heilige der tätigen Nächstenliebe, das große  Vorbild  karitativen Handels, das große  Beispiel  für den Einsatz für Arme, Hungernde und Kranke. Das  Evangelium  des heutigen Sonntags  könnte man „das  Evangelium  der Einsatzes“ nennen. Der  Mann, der auf Reisen   geht,  (vgl. Mt 25,4)  setzt sein  Diener als   Verwalter  seines Vermögens  ein  und  beauftragt sie, sich für  dieses Vermögen einzusetzen, mit allen ihren Möglichkeiten zu arbeiten und zu wirtschaften. Ihr Einsatz ist gefordert! Das Evangelium nennt exemplarisch drei Diener, zwei, die sich tatsächlich als Positivbeispiel für das ihnen anvertraute Vermögen einsetzen, einer, der als Negativbeispiel das  gerade nicht tut.  Wo setzt die Kritik an dem einen, der nichts  tut,  an?  Es  ist  nicht  Faulheit  oder  Gleichgültigkeit;  es ist Angst und fehlendes  Vertrauen. Der dritte  Diener ist aus  Angst und fehlendem Vertrauen gehemmt zu handeln und zu arbeiten, nicht fähig sich einzusetzen. Umgekehrt betrachtet: Wer handeln und arbeiten will,  wer sich einsetzen will, kann das nur tun, wenn er Vertrauen zu der Sache und zu den Menschen, die dahinterstehen,  aufgebaut hat.  Denn wir  müssen uns bewusst sein: Wenn  ich  mich für  etwas einsetze, dann setze ich mich aus, dann muss ich etwas hergeben, ich muss bereit sein, etwas von mir zu geben. Das  fordert  Vertrauen, das erfordert zugegebener Maßen auch ein Stück weit Mut.  –  Die heilige Elisabeth  hat dieses Vertrauen, hat diesen Mut für den Einsatz für die  Armen.  Den Mut  gewinne  ich  nicht, wenn  mir nicht Vertrauen Sicherheit gibt. Fehlendes  Vertrauen  macht mich automatisch unsicher, lähmt mich.  – Der dritte Diener tut in seiner Unsicherheit nichts; er setzt sich nicht ein. Wo gewinne  ich  Vertrauen  für meinen Einsatz?  Wo und wie gewinne ich das Vertrauen, dass Mein  Einsatz  -  auf  Wienerisch gesagt – g`scheit ist? Mit dieser Frage trete ich aus der Sphäre der  Lebenserfahrung und  der Philosophie hinaus in die Sphäre des Glaubens an Gott; ich muss über mein  Gottes- und Menschenbild nachdenken. Einen anderen Menschen vor mir zu haben -  noch dazu in seinen Nöten und Bedürfnissen, mit seinen Krankheiten und Leiden, mit  seinen  Problemen  und Schwierigkeiten  –  heißt im jüdischen-christlichen Gottes – und Menschenbild  Gott  vor  mir  zu   haben.  Jeder  von uns  weiß, wie  herausfordernd  dieser Gedanke sein kann, wie stark wir uns manchmal innerlich dagegen wehren oder wie sehr uns die Kraft dazu fehlt.

Eva  Kaiser,  eine  zeitgenössische  Salzburger  Künstlerin, malt  hungernde Kinder, die um Essen bitten.  Sie   betteln  nicht  einmal   aggressiv,  aber  ihre  traurigen  Augen  Gesichter  verraten wortlos  ihre  Not.   Dieses  Bild   ist  heuer  in  der Jahresausstellung  des Stiftes Klosterneuburg „die guten Werke.  Künstlerische Positionen der Nächstenliebe“ gehängt.  Die  Künstlerin selbst  hat  als  Erklärung  dieses  Bildes  mit  dem  Titel „ Atem des Lebens“  im  Katalog  zur Ausstellung folgenden Text vorgelegt. „Du  nennst  dich  Christ  und  gehst  einfach  an  mir vorbei“, erklingt in mir die Stimme.   -„Herr, geliebter Vater, wo bist du? Ich habe dich nicht gesehen!“  – „Siehst  du  denn  nicht  die  Kinder, die Bedürftigen?  Eine  jede Gabe verringert ihre Last. Befülle  den  Teller,  so   trägst du mich ein Stück des Weges. Und immer mehr wirst du den Atem  des Lebens  im  Innersten gewahren,  der  dich durchdringt, beflügelt, beseelt  –  zu meinem Wohlgefallen.“

Eva  Kaiser  erklärt  damit  sehr  eindringlich  das christliche Gottes – und Menschenbild. Die heilige  Elisabeth  von  Thüringen hat  mit  ihrem  Einsatz  dieses Gottes - und Menschenbild gelebt.  Das  heutige  Sonntagsevangelium  fordert  diesen Einsatz von uns auf allen Ebenen unseres  Lebens.  Wo  habe  ich  das Vertrauen in dieses Gottes – und Menschenbild, sodass  mir dieser Einsatz gelingt? Schaut aus jedem Gesicht in meinem Umfeld das Bild Gottes? Wo schrecke ich unsicher zurück oder wo bewege mich wie gelähmt nicht? Kann sich ein Gesicht, das so gar nicht nach Gott aussieht, durch meinem Einsatz zu einem göttlichen wandeln?
Anton W. Höslinger Can.Reg.

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Wolfgang Huber (Hrsg), die guten Werke. Künstlerische Positionen zur Nächstenliebe, Begleitband zur Ausstellung 2023 im Stift Klosterneuburg, Stift Klosterneuburg 2023, 92

 

Stimme 1

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Firenze zur Festzeit

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vorOrt III

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Museum Stift Klosterneuburg – Sala terrena Galerie – Die guten Werke

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