Kunstraub

diebstahl

Salzburger Nachrichten                       Freitag, 9. Jänner 2009

 

Nackte Frau in Rot gestohlen

 

Kunstdiebe. Drei Täter schnitten ein Bild der Salzburgerin Eva Kaiser aus dem Bildrahmen – tagsüber und in der Auslage einer Galerie.

 

CHRISTIAN RESCH

 

SALZBURG-STADT, WIEN (SN). Es war eine etwas verdutzte Besucherin der „Galerie Time“, der auffiel, das irgendetwas nicht stimmte. Die Frau betrachtete am Montagnachmittag den leeren Bilderrahmen nahe den Panoramascheiben an der Wiener Wollzeile – jenen Rahmen, in dem sich eigentlich das Gemälde „Liegender Akt“ der Salzburger Künstlerin Eva Kaiser hätte befinden sollen.

Die drei Männer mit osteuropäischen Akzent, die Minuten zuvor den Tatort verlassen hatten, waren da schon lange verschwunden. Fest steht: Einer von ihnen hatte den „Liegenden Akt“ mit einer Klinge herausgeschnitten und bei sich versteckt. Mehr Informationen konnte die Wiener Polizei noch nicht zu Tage fördern.

Galerist Günther Wachtl berichtet, das zwei der Verdächtigen ihn selbst und einen anwesenden Künstler verwickelt hätten. Der dritte Mann müsse derweil das Bild an sich genommen haben.

Die Galerie war geöffnet und besucht, an der Wollzeile in Sichtweite des Stephansdom herrschte reger Publikumsverkehr. Die Flüchtigen, die jeder von der Straße aus beobachten hätte können, gingen offenbar ein erhebliches Risiko bei dem Diebstahl ein. Dennoch tauchten bisher keine Zeugen der Tat auf.

Skurril an der Tat ist, dass die Unbekannten genau dieses, etwa 135 mal 70 Zentimeter großes Bild stahlen, und kein anderes. Der Verkaufspreis „nur“ 3800 Euro. Die Künstlerin selbst kann sich nicht erklären, warum Kriminelle Interesse an genau diesem – und nur diesem Kunstwerk haben könnten. „Ich kann nur sagen, dass das Bild sehr freizügig, fast pornografisch ist“, sagt Eva Kaiser. Vor Kurzem sei ein in der Machart ähnliches, jedoch 14 Quadratmeter großes Werk an einen russischen Sammler verkauft worden.

Die Kriminalisten müssen sich nun mit der Frage befassen, ob der Diebstahl des „Liegenden Aktes“ gezielt in Auftrag gegeben wurde  - und ob das Bild möglicherweise ins Ausland geschafft wurde. „So etwse war bisher eher ungewöhnlich“, sagt Anita Gach, Spezialistin für Kunstdiebstähle im Bundeskriminalamt. „In den vergangen Jahren wurden Objekte eher in Ost- und Südeuropa gestohlen – etwa aus Kirchen. Aufgetaucht sind die Werke dann in Westen. Dort, wo Käufer mit der nötigen Finanzkraft sitzen“.

Dass Bilder während der Öffnungszeiten von Galerien würden, sei für Gach nicht ungewöhnlich. „Dass ein Bild aber aus seinem Rahmen herausgeschnitten wird – das hatten wir, denke ich noch nicht“. Kunstdiebe wüssten jedoch meist sehr genau, was sie verkaufen könnten und was nicht. „Da wird ein Bild mitgenommen und das andere daneben ignoriert. Für die Ermittler ist auch nicht immer logisch, was da dahintersteckt“.

Generell seien derartige Delikte in Galerien vergleichsweise selten. Die meiste Kunst werde aus Privathäusern und Kirchen gestohlen. Dies bestätigt auch Christian Krieg, Ermittler am Landeskriminalamt salzburg. „Moderne Kunst wie im aktuellen Fall ist für Kriminelle eher weniger interessant. Da muss der Künstler schon

international bekannt sein“. 2008 sei in puncto Kunstdiebstahl ein eher ruhiges Jahr gewesen.

Auf der Homepage des Bundeskriminalamtes findet sich eine Liste mit in den vergangen Jahren verschwundenen wertvollen Kunstobjekten: www.bmi.gv.at/fahndung.

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